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Lecker Essen, Trinken und Genießen in der Genuss Region Saarland

Erleben Sie jetzt die “Viezstraße” hautnah !

Von |2021-02-26T13:43:31+01:00Februar 26th, 2021|Kulinarisches, Natur & Freizeit|

17.02.2021 Quelle/ Bild: Tourismus Zentrale Saar
 

Auf den Spuren alter Völker

Besonders die Kelten und Römer ließen sich gerne im Saarland nieder, die Zeugen ihrer Baukunst sind noch heute zu bewundern. Der keltische Ringwall in Otzenhausen ist sicherlich eines der markantesten Denkmäler unter freiem Himmel. Einen großen Einfluss hatten Kelten und Römer aber auch auf die Genusskultur des Saarlandes. Daher verdankt die Region ihnen nicht nur den Einzug der Mispel und diverser Weinsorten, sondern auch den Viez, dem sogar eine touristische Route gewidmet wurde. An der „Viezstraße“, die von Saarlouis über Merzig bis nach Trier führt und die Geschichte des römischen Apfelweins aufgreift, liegt beispielsweise auch der Wehinger Viezpfad. Der 14 Kilometer lange Premiumwanderweg führt über die Höhen des Saargaus und durch alte Streuobstwiesen, deren Apfelerträge damals wie heute auch zu Viez verarbeitet werden.

Neben den Völkern der Antike erhält die kulturelle Ästhetik mit den Fürsten des Barock Einzug ins Saarland. Deren Wirkungsstätten verteilen sich über den Südosten des Bundeslandes.

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Stixis aus dem Saarland !

Von |2021-02-26T13:41:19+01:00Februar 26th, 2021|Kulinarisches|

19.02.2021 Quelle/ Bild: fleischtheke.info

Wussen Sie schon,…

..dass das Steak des saarländischen Bergmanns, der Lyoner, Ihrern Ursprung in der französischen Stadt Lyon hat und das erste bekannte Rezept aus dem Jahr 560 aus Leipzig stammt? Bis heute besitzt der Lyoner im Saarland Kultstatus.

Die Lyoner bzw. im Saarland der Lyoner, auch Fleischwurst, “Stadtwurst” (Nürnberg), “Gekochte” (Bremen) oder “Extrawurst“ bzw. “Pariser” (Österreich) genannt, ist eine Brühwurst ohne Einlage, die in ganz Deutschland, in Österreich und der Schweiz verbreitet ist. In den USA ist die Wurst unter dem Namen “Bologna” bzw. “Bologna sausage” bekannt.

Geschichte der Lyoner

Wie der Name Lyoner schon vermuten lässt, stammt die Wurst ursprünglich aus der Stadt Lyon in Frankreich, obwohl das erste bekannte Rezept für Lyoner aus dem Jahr 1560 aus dem Dominikaner Kloster St. Pauli bei Leipzig stammt. Da man aber noch keine Umrötungshilfen kannte, waren die mittelalterlichen Würste jedoch grau und wenig appetitlich. In Lyon, einem wichtigen Umschlagsplatz für Gewürze, begann man als Erstes, Würste mit Safran oder Zimt gelblich einzufärben, um sie dadurch appetitlicher zu machen. Aus diesem Grund nannte man bald alle derartig gelb eingefärbten Würste “Lyoner Würste”. In Lyon selbst wird die Lyoner als “Cervelas” bezeichnet.

Steak des Bergmanns”

Vor allem im Saarland hat die Wurst Kultstatus. Der Lyoner (Maskulin) ist dabei eng mit dem saarländischen Bergbau verbunden. Da die harte und kräftezehrende Arbeit unter Tage eine entsprechend kalorien- und proteinreiche Ernährung erforderte, war der Bedarf der Bergmänner vor allem an Fleisch besonders groß. Da Steaks jedoch zu teuer für die Kumpel waren, nahmen viele einen Lyoner mit unter Tage. Der Lyoner wurde daher auch häufig als “Steak des Bergmannes” bezeichnet. Für eine Überstunde bekamen die Bergleute oft eine extra Zulage, bestehend aus einem viertel Ring Lyoner, einem halben Doppelweck und einer Flasche Bier.

Herstellung von Lyoner

Zur Herstellung von Lyoner wird gepökeltes Schweinefleisch, evtl. mit Rindfleisch vermischt, und Rückenspeck mit Eis grob oder fein gekuttert. Je nach Rezept wird das Brät mit weißem Pfeffer, Kardamom, Kurkuma, Muskat, Koriander, Knoblauch, Ingwer u. a. mild gewürzt. Damit die Wurst eine appetitliche rosa Farbe bekommt wird Umrötungsmittel zugegeben. Anschließend wird die Masse in Natur- oder Kunstdärme gefüllt, leicht heißgeräuchert und dann gebrüht.

Aussehen und Geschmack

Lyoner ist eine Brühwurst mit feiner oder mittelgrober Konsistenz. Die Wurst wird entweder in Stangen oder zu einem Ring gebunden angeboten. Sie ist in Kunstdärme oder in Naturdärme abgefüllt. Lyoner in Naturdarm hat vom Räuchern meistens eine hellbraune Außenhaut. Das Brät ist hellrosa oder weiß-gräulich (Weiße Lyoner). Die Wurst hat einen feinen, nicht zu dominanten Geschmack. Geräucherte Lyoner haben eine leichte Rauchnote.

Lyoner wird in den deutschsprachigen Ländern meist kalt als Aufschnitt oder, vorwiegend im Süden, auch als Wurstsalat gegessen. Daneben wird sie auch für Fleischsalat verwendet. In Hessen wird sie oft heiß und mit Senf gegessen. In der Pfalz und benachbarten Regionen gehört sie zu Weck, Worscht un Woi (Brötchen, Wurst und Wein). In Lyon wird die Wurst warm oder kalt serviert. Ein typisches Gericht für die Cervelas ist Cervelas chaud à la beaujolaise, bei dem grobe Lyoner im Ofen auf Schalotten in rotem Beaujolais geschmort wird. Dazu werden Pellkartoffeln oder Linsen serviert. Und im Saarland ist wohl das bekannteste Gericht die Lyonerpfanne, ein Pfannengericht mit Lyoner und Kartoffeln.

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Stixis aus dem Saarland !

Von |2021-02-26T13:38:26+01:00Februar 19th, 2021|Industrie & Handel, Kulinarisches|

STIXI von Arthur Baustert, Püttlingen

Der Bäckermeister und Wirt Peter Baustert gründete etwa 1920 in der Marktstraße 1 in Püttlingen eine Bretzel- und Teigwarenfabrik.
Sein Sohn Arthur produzierte später ebenfalls in Püttlingen in einer Fabrik namens “Freiburger Bretzelfabrik Arthur Baustert” die so genannten “Bausterts Bretzeln”. Sie waren die Vorläufer der noch heute unter dem Markennamen STIXI bekannten hellbraunen Salzstangen.

1979 wurde die Firma in “Arthur Baustert GmbH” umbenannt und ihre Produktionsstelle von Püttlingen nach Ensdorf verlagert. 1987 wandelte man das Unternehmen als “Stixi AG” in eine Aktiengesellschaft um; ihre Aktien wurden an der Deutschen Börse gehandelt.

Anfangs verkaufte man die STIXIs nur in einer durchsichtigen Cellophan-Verpackung, später auch in Blechdosen. In ihnen bot man zwei verschiedene Sorten an, und zwar ohne bzw. mit Käse (“au fromage”). Gemäß der Aufschrift auf den Dosen waren die STIXIs “knusprig und delikat” – auf Französisch: “croquant, croustillant, délicat” und in Englisch “crispy, crusty, tasty”. Unterhalb des Deckels liest man die Aufforderung “Bitte stets verschlossen halten”.

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Ebbes von Hei!-Einkaufs- und Genussführer 2021 !

Von |2021-02-01T12:55:30+01:00Februar 1st, 2021|Gemeinde Heusweiler, Industrie & Handel, Kulinarisches|

25.01.2021 Quelle/Bild: Regionalinitiative Ebbes von Hei! e.V., Pressemitteilung /Foto: Walburga Meyer

Ebbes von Hei!-Einkaufs- und Genussführer 2021 erscheint mit größerem Angebot

Die Verbundenheit mit der Region und der immer größer werdende Wunsch nach Regionalität und Nachhaltigkeit waren der Auslöser für die Gründung der Regionalinitiative Ebbes von Hei! im Jahr 2011. Im zehnten Jahr ihres Bestehens präsentiert die Initiative nun ihren zweiten Einkaufs- und Genussführer.

Er ist das Ergebnis eines starken Wachstums der Regionalinitiative mit inzwischen mehr als 220 Mitgliedern, so der Vorsitzende Ralf Becker. Der Einkaufs- und Genussführer 2021 ist von 60 auf 100 Seiten in der neuen Ausgabe angewachsen. Die Auflage wurde wegen der großen Nachfrage auf 20.000 verdoppelt. Vertreten sind insgesamt 148 Betriebe, davon 122 Produzenten wie Bäcker, Metzger, Manufakturen, Winzer oder Landwirte sowie 20 Händler und Verkaufsstellen und 16 Gastronomen im Rahmen der kulinarischen Aktionen.

„Die Initiative steht für mehr Lebensqualität und verstärkten Klimaschutz durch kleine Kreisläufe, naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung und der Schaffung von regionalen Arbeitsplätzen“, erklärt Landrat Patrik Lauer begeistert. Es gehe um die Stärkung des Marktanteils regionaler Erzeugnisse sowie gegenseitige Vernetzung und Unterstützung unter dem Label Ebbes von Hei!.

Ebbes von Hei! möchte über den Einkaufs- und Genussführer die Produktion hochwertiger regionaler Lebensmittel und anderer Produkte durch engagierte Familienbetriebe mit Sorgfalt, handwerklicher Qualität und zu fairen Preisen weiter stärken. Der Einkaufs- und Genussführer ist erhältlich bei den Erzeugern, Händlern und Gastronomen der Initiative, sowie bei den Tourist-Informationen. Viele neue Veranstaltungen und Aktionen sind in seiner zweiten Auflage dazugekommen:

Neu sind die acht Genusstouren mit dem Bus zu Erzeugern und Gastronomen. Sie werden veranstaltet von Helmut Grein – Reiseveranstaltungen in Kooperation mit Ebbes von Hei. Jede dieser erlebnis- und genussreichen Tagesreisen bietet den Besuch von Erzeugern und Gastronomen sowie Stadtrundgängen oder eine Führung durch den Nationalpark Hunsrück-Hochwald.

Dazu gekommen sind zwölf Ebbes von Hei!-Genussmärkte. Der Leitmarkt ist der Cirque des Gourmets am 4./5. September mit rund 70 Ausstellern in der Eisenbahnhalle Losheim am See. Die weiteren Genussmärkte sind integriert in schon bestehende erfolgreiche Marktveranstaltungen in Wadgassen, Lebach, Wadern, Morbach, Thalfang und Saarburg oder neue Marktveranstaltungen im Rahmen von kulinarischen Events in Perl-Borg und Kell am See.

Außerdem finden vier kulinarische Aktionen mit 16 regionalen Gastronomiebetrieben statt: Der Aktion Omas Küche folgen das Fischfestival im April, die Kartoffeltage im Oktober und die Wildwochen im November. Dabei werden mit den Produkten der Erzeuger hochwertige saisonale und regionale Gerichte angeboten.

Ganz wichtig ist dabei die Kooperation mit den Gebietskörperschaften innerhalb der „Ebbes von Hei!“-Region zur stärkeren Unterstützung der regionalen Produzenten und ihrer Vermarktung. Neben dem Landkreis Saarlouis sind eine Reihe von Kommunen wie Morbach, Thalfang, Wadern, Weiskirchen und Losheim am See Mitglieder der Regionalinitiative.

REGIO.news Ebbes von Hei

Kulinarische Mission ist entschieden !

Von |2021-01-25T11:46:27+01:00Januar 13th, 2021|Kulinarisches, Kultur & Sport, TOP Thema, TOP Thema Header|

CHRISTIAN HEINSDORF AUS DER WEINGEMEINDE PERL GEWINNT WETTBEWERB

Ragout vom Reh und Hoorische fliegen ins All

In der Sondersendung „Mit Herz am Herd ins All“ des Saarländischen Rundfunks (SR) wurde der Gewinner bekannt gegeben: Christian Heinsdorf von der Taverne Borg aus der Weingemeinde Perl gewinnt mit seinem Hauptgang Ragout vom Schwemlinger Reh an Speck-Rahmwirsing und Hoorische und der Vorspeise Saarländische Kartoffel-Riesling-Cremesuppe. Er hat sich im Onlinefinale klar gegen Markus Keller vom Landhaus Wern´s Mühle aus Ottweiler-Fürth und Daniel Schöfisch und Nico Klink vom Restaurant Lumi in der Seezeitlodge aus Nohfelden durchgesetzt.

Christian Heinsdorf ist seit Anfang 2015 Küchenchef der Taverne in der weltweit einzig vollständig rekonstruierten antiken Villenanlage Perl-Borg. Als Partner der Genuss Region Saarland stehen auf der Speisekarte regionale und römische Speisen, die nach handwerklicher Tradition mit frischen Produkten und saisonalen Zutaten das kulinarische Geschmackserlebnis aus dem Saarland garantieren.

Das Weltraum-Menü ist für Matthias Maurer.

Der Saarländer liegt voraussichtlich im letzten Quartal 2021 ins All. Fünf Wochen lang wurde abgestimmt und das Menü von rund 7.000 Personen gewählt, was Maurer mit ins All begleiten soll.

Bliesgau – Die schmackhafte Landschaft – Eine kulinarische Wanderung

Von |2020-09-16T20:54:15+02:00September 16th, 2020|Kulinarisches, Natur & Freizeit, TOP Thema|

| Quelle / Bilder: Saarpfalz Tourismus

Der Bliesgau – ein Fest für die Sinne

Genießen Sie auf dieser geführten ca. 10 km langen kulinarischen Wanderung die regionalen Spezialitäten des Biosphärenreservates Bliesgau.

Routenverlauf und Genuss-Stationen:
•Start am Sportplatz in Blieskastel-Niederwürzbach
•Honig und andere Produkte aus Streuobstwiesen am Wasserpumpenhäuschen mit einem Imker
•Wanderung zur Bliesgau-Molkerei in Ommersheim
•Verkostung verschiedener Bliesgau Molkerei-Produkte und ausführliche Hofführung
•weiter zum Naherholungsgebiet Ommersheimer Weiher und zurück zum Treffpunkt
•kurze Fahrt mit den Autos durch das Dorf zum Hubertushof Born
•Verkostung verschiedener Öle und regionales Abendessen vor Ort im Hubertushof Born

Leistungen:
•Geführte Wanderung
•Alle Verkostungen & Hofführung
•Abendessen im Hubertushof Born, vegetarisches Abendessen möglich
•An allen Terminen besonderer Hörkomfort durch FM-Anlage

Treffpunkt:
Sportplatz, Blieskastel-Niederwürzbach

Es begleitet Sie:
Eva Hubert, Natur- und Landschaftsführerin und Partnerin des Biosphärenreservates Bliesgau

Bitte denken Sie an festes Schuhwerk, eine kleine Rucksackverpflegung und einen Sonnenschutz. Die Schwierigkeit der Strecke ist mittel schwer.

•Geführte Wanderung
•Alle Verkostungen & Hofführung
•Abendessen im Hubertushof Born, vegetarisches Abendessen möglich
•An allen Terminen besonderer Hörkomfort durch FM-Anlage

 

REGIO.news - Bliesgau - Ein Fest für die Sinne - Schmackhafte Landschaften

Sportplatz Niederwürzbach
Alte Steige
66440 Blieskastel – Niederwürzbach

Eintritt

Preis:
55 Euro pro Person

Veranstalter

Saarpfalz-Touristik

Paradeplatz 4
66440 Blieskastel

Telefon: +49 6841 104 71 74
touristik@saarpfalz-kreis.de
https://www.saarpfalz-touristik.de/

Quelle: Saarpfalz-Touristik

Saarlouis – ein kleiner kulinarischer Stadtspaziergang

Von |2020-09-16T20:32:28+02:00September 16th, 2020|Kulinarisches, Natur & Freizeit, TOP Thema|

| Quelle / Bilder: Tourismus Zentrale Saarland GmbH

Informationen

Saarlouis in kleinen Häppchen – Von Imbissbuden, Kaffee & Schokolade. Stadtführung inklusiver kleiner Saarlouiser Köstlichkeiten.

 

REGIO.news - Kulinarischer Stadtrundgang in Saarlouis

Innenstadt Saarlouis
66740 Saarlouis

Veranstalter

Helmut Grein Gästeführungen & Reiseveranstaltungen

An der Kapelle 16
66780 Rehlingen-Siersburg

Telefon: +49 160 5230990
www.helmut-grein.de

Quelle: Tourismus Zentrale Saarland GmbH

Der Bruderhahn darf auch leben

Von |2020-08-10T09:11:39+02:00August 10th, 2020|Kulinarisches, Natur, Tierisches, TOP Thema, TOP Thema Header|

| Bild: AdobeSTock@Galyna • Quelle: REGIO.news

Initiativen wie Bruderhahn, Haehnlein oder SPITZ&BUB von REWE sorgen dafür, dass die Brüder von Legehennen am Leben bleiben.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner möchte das Töten männlicher Küken spätestens bis Ende 2021 per Gesetz verbieten. Diese aktuelle Ankündigung verleiht dem Thema Kükentöten nicht nur erneut mediale Brisanz, sondern zwingt auch den Einzelhandel dazu, ihr Eier-Sortiment demnächst umzustellen. Dass die Aufzucht männlicher Küken durchaus möglich ist, stellt die Marke haehnlein bereits seit 2012 erfolgreich unter Beweis und gilt als einer der Pioniere in Bezug auf die Bruderhahn-Aufzucht. Bis heute konnte haehnlein mehr als eine Million Küken retten. Auf dem Weg dorthin hatten die Kuekenretter allerdings einige Hürden zu überwinden. Ein Rückblick.

 

Bruderhahn Initiativen REGIO.news
haehnlein rettet über 1 Million männliche Küken

Bis heute konnte haehnlein mehr als eine Million Küken retten. Auf dem Weg dorthin hatten die Kuekenretter allerdings einige Hürden zu überwinden. Ein Rückblick.

Werden bald alle Bruderhähne von legehennen groß gezogen? - REGIO.news

Werden bald alle Bruderhähne von Legehennen groß gezogen?

haehnlein rettet mehr als eine Million männliche Küken

Die männlichen Küken aufzuziehen, statt sie zu schreddern oder zu vergasen – diese Vision hatte Fritz Behrens, Initiator der Marke haehnlein, bereits im Jahr 2012. Damals fand die inzwischen sehr präsente Kükenproblematik allerdings erst wenig mediale Beachtung. Und auch vielen Verbraucher war nicht wirklich bewusst, dass jedes Jahr mehrere Millionen männliche Küken getötet werden. Seine Tochter Annalina Behrens hat die Vision ihres Vaters weitergedacht und so wurde die Marke haehnlein zum Kuekenretter mit mittlerweile rund 250 Mitarbeitern.

Die ersten Schritte

„Als wir 2012 mit der Planung begonnen haben, eine eigene Brüterei in unsere Kreislaufwirtschaft zu integrieren, haben wir uns von Anfang an gegen die gängige Praxis ausgesprochen, die männlichen Geschwister unserer Legehennen direkt nach dem Schlupf zu töten. Unser Ziel war es, eine für uns ethisch vertretbare Lösung zu finden – auch wenn man uns immer wieder davon abgeraten hat die männlichen Küken aufzuziehen“, erklärt Annalina Behrens. Stand 2012 war die Geflügelbranche nämlich der allgemeinen Überzeugung, dass es nicht rentabel sei, die Hähne aufzuziehen, da sich ihr Fleisch nicht vermarkten lasse. Darüber hinaus würden sich die Bruderhähne regelmäßig gegenseitig angreifen, was eine Aufzucht zusätzlich problematisch mache. Von diesen kritischen Einwänden ließen sich Vater und Tochter Behrens jedoch nicht aufhalten. Nach einer kurzen Testphase, in der damals erstmals circa 100 männliche Küken gerettet und aufgezogen wurden, zeigte sich, dass die Aufzucht unter den richtigen Rahmenbedingungen – beispielswese genügend Platz, reichlich Auslauf, viele Klettermöglichkeiten und vor allem zahlreiches Beschäftigungsmaterial wie Heunetze und Luzernen – durchaus möglich ist.

Aufgeben war nie eine Option

„Natürlich hat nicht alles auf Anhieb so funktioniert, wie wir es uns gewünscht haben – unser Konzept aufzugeben, war für uns jedoch nie eine Option. Stattdessen haben wir gemeinsam nach Lösungen gesucht und einfach viel ausprobiert. Den Ansatz „Learning by doing“ verfolgen wir bis heute“, betont Annalina Behrens. „Geht nicht, gibt es bei uns eben nicht.“ Genau aus dieser Motivation heraus ist dann das erfolgreiche haehnlein-Konzept entstanden, bei dem die Bruderhähne vier Monate lang – also fast drei- bis viermal so lange wie konventionelle Masthähnchen – unter optimalen Bedingungen aufgezogen werden. Ihre Aufzucht wird dabei über den Preis der verkauften Bio-Eier, die im Einzelhandel circa 4 Cent mehr pro Ei kosten, querfinanziert.

Die wahrscheinlich größte Herausforderung bestand für die Marke haehnlein allerdings darin, die Bio-Eier und das Bio-Fleisch der Bruderhähne flächendeckend im Einzelhandel zu platzieren. Schließlich gab es im Jahr 2012 noch keinen etablierten Markt für Produkte dieser Art. Die Marke haehnlein zählt daher nicht nur zu den Pionieren in der Aufzucht der männlichen Tiere, sondern auch in der Vermarktung der Bruderhahn-Eier sowie dem Bruderhahn-Fleisch. Viele Einzelhändler waren dabei zu Beginn eher skeptisch und konnten sich nicht vorstellen, dass Kunden tatsächlich einen Mehrpreis für ihre Bio-Eier bezahlen würden, um die Aufzucht der männlichen Küken zu finanzieren. Es gab jedoch auch Ausnahmen, die der jungen Marke eine Chance gaben – auch wenn diese zu Anfang mit Einschränkungen verbunden war. „Bis März 2015 war es uns nicht erlaubt, unsere Eierkartons mit einem Hinweis auf unser Konzept zu kennzeichnen. Kunden konnten also nicht direkt erkennen, dass für unsere Bio-Eier keine männlichen Küken getötet werden“, erklärt Annalina Behrens. Grund war die Befürchtung, diese Information könnte die anderen Anbieter abwerten. „Um unser Alleinstellungsmerkmal trotzdem deutlich zu kommunizieren, haben wir daraufhin jeden Eierkarton mit Einlegekärtchen versehen, die dem potenziellen Käufer beim Kontrollieren der Eier ins Auge gesprungen sind. Dadurch haben wir den Kunden unser Konzept erstmals nähergebracht.“

„Unsere Kunden sind Kuekenretter!“

Der erste Schritt in Richtung Erfolg war somit gegangen. Und mit der Zeit stieg die Kundennachfrage nach den haehnlein-Eiern immer weiter an. Ein sehr wichtiger und unterstützender Faktor war und ist in diesem Zusammenhang auch die Berichterstattung seitens der Presse, die bestehende Missstände innerhalb der Branche nach und nach aufgedeckt hat. Diese zunehmende Aufklärung und Transparenz öffnete der Marke haehnlein nicht nur auf Seite des Handels einige Türen, sondern auch auf Verbraucherseite. Immer mehr Kunden wurden auf das Thema Kükentöten aufmerksam und fingen an, explizit die Eier nachzufragen, für die keine männlichen Küken getötet werden. „Auch unsere Kunden sind eben echte Kuekenretter“, sagt Annalina Behrens stolz. „Ohne sie hätten wir es niemals geschafft, unsere Vision durchzusetzen und uns so erfolgreich am Markt zu etablieren.“

Vor allem in den vergangenen drei Jahren hat sich das Handeln seitens des Einzelhandels und vieler Unternehmen im Hinblick auf die Thematik Kükentöten allerdings deutlich verändert. Die stärkere mediale Präsenz des Missstands hat dazu geführt, dass sich inzwischen immer mehr Anbieter, die nun ebenfalls die Bruderhähne aufziehen, im Sortiment des Einzelhandels wiederfinden. Annalina betont: „Wir sehen diese Entwicklung keinesfalls als Konkurrenzkampf, sondern freuen uns über das Umdenken in der Branche. Es gibt viele Probleme auf der Welt, die man nicht so einfach lösen kann, aber dieses Problem eben schon. Man darf dabei nicht vergessen: Grundsätzlich ist das Kükentöten in Deutschland immer noch nicht verboten, obwohl wir mit haehnlein nun seit bereits acht Jahren beweisen, dass der Verzicht darauf durchaus möglich ist. Wir wünschen uns deshalb, dass noch mehr Betriebe unser haehnlein-Konzept aufgreifen, und sind stolz darauf, Vorreiter dieser Praxis zu sein.“

Pläne für die Zukunft

Und auch für die Zukunft hat die Marke haehnlein bereits einige Pläne. Vor allem die Vermarktung des Bruderhahn-Fleisches steht dabei im Vordergrund. Was haehnlein bereits mit ihren Bio-Eiern geschafft hat, möchte die Marke auch mit ihrem Fleisch erreichen. „Auch hier wünschen wir uns ein noch stärkeres Umdenken innerhalb der Branche, aber auch seitens der Verbraucher. Wir wollen nicht dazu aufrufen, mehr Fleisch zu konsumieren, sondern die Menschen dazu ermuntern, Fleisch bewusster zu konsumieren und dabei auf Qualität zu achten,“ erklärt Behrens. Für Verbraucher, die nicht mehr auf Eier „ohne Kükentöten“ verzichten möchten, empfiehlt es sich daher, beim Fleischkonsum auf den Verzehr von Bruderhahn-Fleisch zu vertrauen, da dessen Nachfrage die Aufzucht der männlichen Küken zu stattlichen Bruderhähnen wirtschaftlich begünstigt.

Annalina Behrens blickt der Zukunft so oder so optimistisch entgegen: „Als Marke halten wir weiterhin an unserer Vision fest, das generelle Umdenken in der Gesellschaft voranzutreiben, sodass das Kükentöten nicht mehr nur als Missstand von anderen aufgefasst, sondern als eigene Aufgabe, die jeder lösen kann, gesehen wird. Wir möchten weg von negativer Information, hin zu positiver Motivation. Schließlich kann jeder von uns ein Kuekenretter sein.“

 

Bezugsquellen:

REWE MARKT
Marco Martin
Am Bahnhof 1
66265 Heusweiler

REWE MARKT
Andreas Straub
Braugasse 2
66557 Illingen

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